Guten Tag!
Obwohl der Hype um Microblading scheinbar vorbei ist, werde ich immer noch oft gefragt, ob ich diese Technik anbiete…
Viele wissen gar nicht, was Microblading eigentlich ist und worin der Unterschied zum klassischen Permanent Make-up liegt.

Genau darum soll es heute gehen…

Julia Sundulova

Also, Permanent Make-up, auch bekannt als kosmetisches Tattoo, gibt es in zwei Varianten:
– maschinell
– manuell (Microblading)

Beim maschinellen Verfahren wird die Behandlung mit einem speziellen Gerät durchgeführt. Damit lassen sich sowohl feine Härchen zeichnen als auch verschiedene Schattierungstechniken umsetzen. Das Gerät arbeitet mit einem kleinen Motor, der eine oder mehrere Nadeln in Bewegung setzt und so die Haut punktiert. Die Geschwindigkeit kann je nach gewünschtem Effekt angepasst werden – ob Härchenzeichnung, Schattierung oder intensive Farbgebung. Es gibt heute eine Vielzahl von Geräten auf dem Markt, von günstigen chinesischen Modellen bis hin zum hochwertigen Long-time-liner, wie ich ihn verwende ✌.

Das manuelle Verfahren, also Microblading, erfolgt mit einem Handstück. Das ist ein Stift, an dessen Spitze eine feine Nadelreihe befestigt ist. Die Nadeln werden in die Farbe getaucht und dann entweder mit schneidenden Bewegungen (für Härchenzeichnung) oder mit tupfenden Bewegungen (für Schattierung) in die Haut eingebracht.
Da es rund um Microblading viele Fragen gibt, gehe ich darauf etwas genauer ein.

Microblading stammt ursprünglich aus China. Es ist eine sehr alte Methode des Tätowierens, fast schon urzeitlich ?. In den letzten Jahren wurde sie in Russland und Europa sehr populär, vor allem wegen der geringen Materialkosten. Man stelle sich vor: Hier ein Gerät mit Motor, dort ein einfacher Holzstift…
An sich wäre das kein Problem – warum nicht bei den Verbrauchsmaterialien sparen? – wenn es nicht so viele misslungene Augenbrauen gäbe ?.

Also, Microblading – die manuelle Methode des Permanent Make-ups…

Wie gesagt, es kam aus China und hat wegen der günstigen Materialien den Markt für Permanent Make-up regelrecht überschwemmt!

Ich erkläre Ihnen genauer, was diese Technik ausmacht und warum es so viele unschöne Ergebnisse gibt.

Damit die Härchen (Linien/Striche) gleichmäßig in Farbe und Dicke werden, müssen alle Schnitte exakt gleich tief und mit der gleichen Pigmentmenge ausgeführt werden. Das ist eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe, die viel Übung erfordert. Bis diese Technik wirklich sitzt, werden leider viele Augenbrauen verunstaltet…

Ich selbst habe eine Microblading-Ausbildung absolviert und kenne die Technik daher aus erster Hand. Für eine erfahrene Spezialistin, die mit dem Gerät arbeitet, ist der Wechsel zu dieser archaischen Methode aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Das ist meine persönliche Meinung.

In der Regel sieht abgeheiltes Microblading mit Härchenzeichnung fleckig und unschön aus, weil die Schnitte unterschiedlich tief sind. Frisch nach der Behandlung wirkt alles noch gut – im Internet sieht man meist nur diese frischen Ergebnisse.

Außerdem führt Microblading mit Härchenzeichnung immer zu Narben! Im besten Fall sind es winzige Mikronarben, aber es können auch echte, sichtbare Narben entstehen – das liegt an der Technik selbst.

Mit der manuellen Methode kann man auch Schattierungen, das sogenannte Powder Brows, machen. Hier ist das Ergebnis meist besser als bei der Härchenzeichnung, denn das punktuelle Einbringen der Farbe ist einfacher als das präzise Schneiden von Linien. Trotzdem: Verglichen mit der maschinellen Schattierung frage ich mich, warum man sich das Leben so schwer machen sollte.
Mit dem Gerät lassen sich solche Ergebnisse viel einfacher und sicherer erzielen.